Perspektive neuStart Erfolgsfaktoren

Erfolgsfaktoren

Das Netzwerk »Perspektive neuStart« hat sich zur Aufgabe gemacht, wissenschaftlich fundiert Erfolgsfaktoren für Gründungsunterstützungsangebote für Menschen mit Flucherfahrung zu identifizieren. Denn anders als einheimische Gründer*innen haben Geflüchtete und Neuzugewanderte bei ihren Gründungsvorhaben erweiterte Unterstützungsbedarfe. Neben spezifischer Sprache fehlt es den Gründer*innen vielfach an erforderlichem Markt- und Systemwissen. Unter der wissenschaftlichen Begleitung des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim hat das Netzwerk »Perspektive neuStart« in den vergangenen Jahren Erfolgsfaktoren für die Phasen: Rekrutierung, Wissenstransfer, Markteintritt und die Nachhaltigkeit der Unternehmen herausgearbeitet. 

  • Rekrutierung

    1. Reichweite

    Maßnahmen

    • Webauftritt (z.B. Website, App) 
    • Social Media Kampagne (z.B. Facebook/Instagram Ads)
    • Werben via (Schlüssel-) Multiplikator*innen (z.B. in Partnerorganisationen) / Multiplikator*innen aus der Community (z.B. Alumni, Gründer*innen, Community Leader) 
    • Events
    • Kooperation mit dem Jobcenter
    • Diversity im Team

    Inhalte

    • Zielgruppensensible Ansprache
      • mehrsprachige Information, einfache Sprache, Visualisierungen z.B. auf Frauenveranstaltungen/ Community Events 
    • Smartphonetaugliche Flyer/ Informations-, Werbematerialien

    Forschungsergebnisse zur Zielgruppe

    • Sozialstruktur
    • Gründungsunterstützungsbedarf & Lebensentwürfe
    • Mediennutzungsverhalten
    • Beratungsnutzungsverhalten

    2. Erster Kontakt

    z.B. Infoveranstaltung 
    Klare und detaillierte Vermittlung der Informationen über Formate, Inhalte, Ziele und Verpflichtungen des Programms an Interessent*innen

    Umsetzung der Informationsvermittlung

    • Beteiligung von Dolmetscher*innen? 
    • Involvierten von Alumni, z.B. Vortrag Gründer*innen mit Fluchthintergrund 

    3. Auswahlverfahren

    Schritt 1 

    • Auswahlkriterien wurden im Kontext der Programmziele im Team ausgehandelt (z.B. Erfolgsaussicht) 

    Schritt 2

    • Persönliches Gespräch/ kleines Assessmentcenter auf Basis der Auswahlkriterien (mit Hilfe von z.B. Leitfadeninterviews, Formblättern und Protokollen)
    • Erfassen demografischer Daten (incl. Berufsbiografie, Aufenthaltsdauer, und -status), aktueller Stand der Gründung, Beratungsbedarfe

    Schritt 3

    • Entscheidung im Team auf Basis Schritt 2 (ggf. Absprache mit dem Jobcenter) und Berücksichtigung der Gruppenkohäsion

    Schritt 4

    • Individueller Fahrplan und Zielvereinbarungen werden festgelegt

    Schritt 5

    • Vertrag zur Teilnahme und Mitwirkung bei der Umsetzung von (Projekt-)Zielen wird aufgesetzt & abgeschlossen
      + Pfandsystem
      + Vertraulichkeitserklärung
      + Ungeeignete Bewerber*innen werden anderweitig beraten/ unterstützt bzw. weiterverwiesen
  • Wissenstransfer

    4. Planung

    Anpassung Programm 

    • Inhalte + Formate + Infrastruktur je nach Lebensumständen, Beratungsbedarfen, Zielvereinbarungen (z. B. Laptops, Arbeitsplätze, Workshopthemen) 

    Kommunikationsform für Trainingsphase wählen 

    • z.B. E-Mail, App

    Weiterbildung der Coaches/ Trainer*innen/ Mentor*innen

    • Interkulturelle Sensibilität
    • Diversitätsorientierte Gründungsberatung

    5. Training

    Inhalte 

    • Gründungsrelevantes Systemwissen (+ eigene Rechte und Pflichten)
    • Relevante betriebswirtschaftliche Themenbereiche, z.B. Steuerrecht für Unternehmen, Marketing
    • Präsentationstraining: Storytelling, Pitch-Übungen
    • Bedeutung der Vernetzung + Vernetzungstraining
    • Gründungsbezogener Deutschkurs, DAZ-Dozentin greift Inhalte der Woche zur sprachlichen Vertiefung auf
    • Design Thinking
    • Business „zwischen den Zeilen“, (Selbst-) Bewusstsein für Businesskultur, Dresscode, Umgangsformen
    • Empowerment
    • Life-Coaching

    Formate

    Einzelcoaching 

    •  keine Wechsel der ASP (Vertrauen und Kenntnis) 
    • Geschützter Raum

    Training

    • Vorausgehender Kursplan mit „rotem Faden“/ Modulen
      • Angepasst auf Bedarfe und Kompetenzen der Gruppe
      • Alle Bildungshintergründe + Branchen abholen/ bedienen
      • Keine Vorkenntnisse voraussetzen
    • (qualifizierte) zielgruppensensible Workshopleiter*innen
      • Medien/ Schaubilder zur Vermittlung
      • Vielfältige didaktische Methoden 
      • Diversitätsorientiert (z.B. einfache Sprache, ggf. in Muttersprache)
      • Theoretische Inhalte mit praxisnahen Übungen
    • Einbindung Mentor*innen/ Unternehmer*innen
    • Bereitstellung der Unterlagen (+Präsentationen)
      • Print und digital ( E-Mail, App, ...)
      • Ggf. in verschiedenen Sprachen
      • 1-2 Tage vor dem Training (Vorbereitungsmöglichkeit)

    Vernetzungstraining

    • Konkrete Trainings (z.B. Smalltalk, Messestand, Verkauf)

    Betreute Co-Working-Möglichkeit

    Exkursion

    • Vorbereitung + Begleitung + Follow-up

    Hilfreiche Tools: Experten Café, Weeklies, E-Learning

    6. Businessplan

    Schärfung der Idee 

    • Ideation Workshop
    • Business Model Canvas

    Workshops zu Themen im Businessplan

    • Templates vorgeben

    Einen guten Businessplan (vollständig) präsentieren

    Online-Tool nutzen: Businessplan via Gründungsplattform

    • Struktur / Roter Faden 
    • Informationen

    Regelmäßige Präsentationen der Arbeitspakete (im Plenum) durch Teilnehmende

    Verschriftlichung Businessplan

    • Schreibtraining
       
  • Markteintritt

    7. Einzelcoaching

    Inhalte
    Beratung Gründeralltag 

    • Aktionsplan
    • Detailplanung
    • Workflow
    • Weitere Finanzierungsschritte
    • Gezielte Vernetzung
      • Expert*innen
      • Geschäftspartner*innen

    Beratung Behördenkommunikation

    • Unterstützung Gewerbeanmeldung
    • Verhandlung mit Jobcenter bzgl.
      • Testphase vor Vollerwerb
      • Finanzierung
    • Kapital/Finanzierungsfragen 
    • Know-How

    Begleitung zu Behörden

    Praxistest bei kooperierenden Unternehmen

    • z.B. eveeno als Feedbacktool nach Probelauf bzw. begleitete Testläufe

    Arbeitsplatz im (hauseigenen) Co-Working Space

    8. Vernetzung

    Formate

    • Mentoring
    • Networking Event (ohne Pitch)
      • Einladung von Multiplikator*innen, Expert*innen, Alumni
      • Interessante Location
      • Eventcharakter
      • Einbezug Alumni
    • Pitching Event/ Demo Days/ Newcomer Start-up Award
      • Einladung von Investor*innen 
    • Gründer*innen-Stammtisch

    9. Mentoring

    Schritt 1 

    • Potenzielle Mentor*innen anschreiben + Schneeballsystem 
    • Mentoring Ausschreibung

    Schritt 2

    • Auswahl und Briefing Mentor*innen & Mentee
    • Weiterbildung Mentor*innen & Mentee

    Schritt 3

    • Matching Mentor*innen & Mentee: 
    1. Austausch Steckbrief
    2. Matching durch Gründungsbüro
    • Matching Event
  • Nachhaltigkeit

    10. Themen

    Systematisches Monitoring/ Follow-up (z.B. jährliche Umfrage)

    • Selbstevaluation, Dokumentation (z.B. in einem Bericht, welcher auch als Grundlage der Öffentlichkeitsarbeit dienen kann) 
    • Umsetzung der Meilensteine der Alumni sehen/ prüfen 

    (Unternehmens-)Beratung 

    Öffentlichkeitsarbeit (Success Stories)

    Strukturelle Öffnung für Selbständigkeit vorantreiben

    Vernetzung mit vorherigen Kohorten/ Aufbau eines lokalen Gründer*innen-Netzwerks

    Weitere Integration in lokales Gründer*innen-Ökosystem

    11. Formate

    Vor Ort Besuche

    Offene Sprechstunde

    (Online) Umfrage 

    Newsletter 

    • Einladung zu unternehmensrelevanten Förderungen / Veranstaltungen / Weiterbildungen

    Einladung der Alumni als Expert*innen ins Programm

    Stammtisch

    Facebook-Gruppe

    Mentoring

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