Perspektive neuStart Handlungsempfehlungen

Handlungsempfehlungen

Die Gründung eines eigenen Unternehmens ist oftmals ein komplexer und langwieriger Prozess. Für Neuzugewanderte mit Fluchthintergrund kommen vielfach strukturelle Hürden hinzu. So ist es nach einer Flucht meist schwieriger an wichtige Dokumente, Kontaktpersonen oder Eigentum im Herkunftsland zu gelangen. Die Flucht hat außerdem zur Folge, dass sich die Neuangekommenen weniger intensiv mit den kulturellen, sprachlichen und arbeitsmarktlichen Gegebenheiten im Zielland auseinandersetzen und somit kaum vorbereiten konnten. Zudem können Menschen mit Fluchterfahrung kaum Beziehungen zum Heimatsmarkt aufrechterhalten und sind in erhöhtem Maße von geringerer psychologischer Stabilität und Traumata betroffen. In Deutschland sind Gründer*innen mit Fluchterfahrung insbesondere durch langwierige Asylverfahren in ihrer beruflichen Entfaltung stark eingeschränkt, auch weil sich diese entscheidend auf den Zugang zu Finanzierung auswirken.

Wir haben eine Reihe von Faktoren identifiziert, die letztendlich für alle Gründungsinteressierten mit Migrationshintergrund gelten, aber für Menschen mit Fluchtgeschichte noch einmal eine besondere Herausforderung darstellen. Hierzu zählen rechtliche, institutionelle und finanzielle Rahmenbedingungen, die nicht nur die Gründung selbst, sondern auch die Gründungsunterstützung erschweren, z. B.:

  • institutionelle Rahmenbedingungen der Zuwanderung und der Gründung,
  • starr regulierte Qualifikationsanforderungen und -anerkennung,
  • fehlende Gleichwertigkeit von beruflicher Selbstständigkeit in der Arbeitsvermittlung und -verwaltung,
  • Vorurteile im Gründungsökosystem,
  • fehlendes Orientierungs-, Institutionen- und (gründungsrelevantes) Systemwissen
  • mangelnde Finanzierungsmöglichkeiten

Am 28. und 29. Oktober 2020 tauschten sich bei einer bundesweiten digitalen Konferenz rund 60 Teilnehmende über Erfolgsfaktoren und Bedarfe der Gründungsberatung und Unternehmer*innen mit Fluchterfahrung aus, darunter über 20 Gründungseinrichtungen, Unternehmer*innen, Vertreter*innen wissenschaftlicher Einrichtungen sowie Stiftungen. Nach zwei Tagen intensiver gemeinsamer Arbeit im Rahmen der Konferenz haben sich die Teilnehmenden auf konkrete Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Gründungschancen von Menschen mit Fluchterfahrung verständigt.

Mitmachen

Möchten auch Sie sich gemeinsam mit anderen engagierten Akteur*innen aus dem Gründungsumfeld für die Belange von neuzugewanderten Gründer*innen mit (und ohne) Fluchterfahrung engagieren und Veränderungen anstoßen? - Unterstützen Sie die Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Gründungschancen von Menschen mit Fluchterfahrung

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